GROTRIAN-STEINWEG Pianofortefabrikanten

GROTRIAN-STEINWEG Firmenlogo

Braunschweig, eine Stadt mit beeindruckender Geschichte, (war sie doch Residenzstadt Heinrich des Löwen), gilt heute als einer der führenden Wirtschaftsstandorte in Norddeutschland. Nicht nur der Automobilhersteller VW ist hier angesiedelt, auch die deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt und die Physikalisch- Technische Bundesanstalt haben ihren Sitz in der Stadt an der Oker. So ganz nebenbei ist Braunschweig das Klavierbauzentrum Deutschlands. Alte Traditionsmarken wie Lutze, Zeitter & Winkelmann oder Fritz Ohm und viele mehr haben Ihren Ursprung und ihre Blütezeit im östlichen Niedersachsen erlebt.

Instrumente haben stets etwas von der Landschaft, aus der sie kommen. Es ist Widerhall in ihnen von Land und Leuten. Sie werden nicht hergestellt wie eine beliebige Sache, sondern gebaut wie Häuser. Denn sie sind Wohnstätten der Phantasie. Einer der Hersteller, die sich bis heute erfolgreich auf dem Markt behaupten konnten und ihrem Standort Braunschweig treu geblieben sind, ist Grotrian-Steinweg.

GROTRIAN-STEINWEG Firmengeschichte

Wie klingt ein Grotrian-Steinweg?
Die Gegend um Braunschweig ist ein fruchtbares Land. Der waldreiche Harz ist nicht weit, und seit alters findet man in diesem Landstrich Erz. So klingt er. Das Erz ist darin und der natürliche Reichtum des Landes, die Beständigkeit der Menschen hier und ihre jahrhundertealte Erfahrung im Umgang mit dem lebendigen Holz.

Walter Gieseking, einer der bedeutendsten Pianisten des letzten Jahrhunderts, nannte den Grotrian den kultiviertesten Flügel überhaupt, wobei diesem Wort freilich ein spezifischer, eher vom geistigen her bestimmter Kulturbegriff zugrunde lag. Und so ist auch der Ausspruch Paul Hindemiths zu verstehen: „Einmal ein Grotrian-Verehrer, immer ein dito ...“ Zu solchen Bemerkungen passt , dass die Klaviere und Flügel, die bei den Braunschweiger Pianofortefabrikanten Grotrian-Steinweg gebaut werden, eigentlich nie im Rampenlicht standen, aber bei Kennern stets einen besonderen Ruf genossen.

GROTRIAN-STEINWEG Künstler

Bereits der Beginn der Firmengeschichte ist eigentümlich genug. Moskau und New York markieren das Spannungsfeld der Anfänge. Das ewige deutsche Schicksal, auswandern zu müssen, ist ebenso hineinverwoben wie die Sehnsucht, zurückzukehren.

Auf in den wilden Osten
Im Jahre 1830 ging der damals 27jährige Georg Friedrich Karl Grotrian, der in Schöningen bei Helmstedt geboren worden war und in Braunschweig den Beruf des Musikalienhändlers erlernt hatte, in den wilden Osten. Nach Moskau. Moskau war damals, verglichen mit Petersburg, eine ziemliche Provinz. Aber es blühte allmählich auf, und eine Menge Einwanderer nutzten die Gunst der Stunde und des Zaren. Friedrich Grotrian eröffnete eine Musikalienhandlung, verkaufte auch Klaviere, die ja damals zum Kulturmöbel par excellence avancierten, und versuchte sich schließlich selbst im Klavierbau – das Handwerkliche überließ er einem Mitarbeiter. Nach 25 Jahren kehrte er als wohlhabender Geschäftsmann in die Heimat zurück. Ein Onkel hatte eine bedeutende Erbschaft hinterlassen, die es zu verwalten galt. Friedrich Grotrian, ein Mann von Weltläufigkeit, Geschmack und weit reichender Bildung, bleibt auch nach seiner Rückkehr dem Freimaurertum treu, dem er sich angeschlossen hat. In der Wolfenbütteler Loge, der schon Lessing angehörte, trifft er auf einen genialischen Klavierbauer: Theodor Steinweg. Dieser betreibt in Wolfenbüttel eine kleine Manufaktur, die er von seinem Vater übernommen hat. Der Vater Heinrich Engelhardt Steinweg ist bereits 1850 nach New York gegangen, wo er inzwischen ein neues Unternehmen gegründet hat: Steinway & Sons. Auch dies ist ein Kapitel deutscher Emigration.

GROTRIAN-STEINWEG Flügel

Grotrian trifft Steinweg
Die Wolfenbütteler Manufaktur bestand seit 1835. Zunächst war sie allerdings in Seesen im Harz beheimatet. Dann waren die Steinwegs übergesiedelt. Und nun benötigte der einzige in Deutschland verbliebene Sohn, Theodor, dringend Geld. Friedrich Grotrian verfügte über ein beträchtliches Vermögen und wurde Teilhaber. Die beiden neuen Partner erwarben als erstes ein Patrizierhaus in Braunschweig und verlegten das Unternehmen dorthin. Die Belegschaft stieg rasch auf 25 Meister und Gesellen. Doch schon 1860 starb Friedrich Grotrian. Sein Sohn Wilhelm, damals noch unmündig, konnte in die Firma erst eintreten, als auch Theodor Steinweg 1865 nach New York übersiedelte und seine Anteile verkaufte. Unter dem Namen „C.F.Th. Steinweg Nachf.“ wurde die Firma für Grotrian, Helfferich und Schulz ins Handelsregister eingetragen und baute zunächst die Steinwegschen Pianoforte weiter. Mehr als ein halbes Jahrhundert später – inzwischen hatte man mit den Steinways Streitigkeiten um den Namen ausfechten müssen – nahm man den Namen Grotrian-Steinweg an. Familiäre Beziehungen haben nie bestanden.

GROTRIAN-STEINWEG Klaviere

Die Identitätsfindung
Unbeschadet der Namensverbindungen wurden im Klavierbau sehr bald eigene Wege beschritten. In Braunschweig verfolgte man eine eigene Philosophie. Dort setzte man nicht in erster Linie auf vordergründige Substanz des Tons, sondern man versuchte vielmehr, die Tonschönheit und die singende Transparenz der Streichinstrumente auf die Verhältnisse des Klaviers und des Flügels zu übertragen. Das erwies sich als überaus fruchtbringende Philosophie, fruchtbar bis in die Gegenwart hinein. Wilhelm Grotrian nahm 1895 seine beiden Söhne Kurt und Willi als Teilhaber in die Firma auf. Dabei schärfte er ihnen als Grundsatz ein: „Jungs, baut gute Klaviere, dann kommt alles andere von selbst.“ Dies ist noch immer der Leitspruch, der das Handeln des Unternehmens prägt, welches sich auch heute noch ausschließlich im Besitz der Familie Grotrian-Steinweg befindet. Die weltweite Expansion des Vertriebsnetzes zeigt den Erfolg dieser Unternehmensstrategie auch im internationalen Geschäft und die Akzeptanz der hohen Qualität und Preisstabilität dieser Instrumente im direkten Wettbewerb.

Grotrian-Steinweg heute
Heute liegt das Werk im Norden der Stadt Braunschweig, direkt an der A2 nach Berlin. Auf insgesamt 10.000 qm fertigen die "Grotrianer" hier aus einer Modellpalette von 5 Flügel- und 7 Pianomodellen rund 600 Instrumente im Jahr, die in über 70 Länder dieser Welt exportiert werden. "Das sind zwar keine riesigen Stückzahlen, wir fertigen aber lieber Klasse statt Masse", erklärt Burkhard Kämmerling, Klavierbaumeister und Leiter der Qualitätssicherung. Und diese Klasse überzeugt. So finden sich zum Beispiel in den Übungszellen der Hochschule für Musik und Theater in Hannover nur noch Grotrian-Steinweg Klaviere. "Hier hat man verstanden, dass man mit Qualität durchaus Geld sparen kann, da die Instrumente selbst den außergewöhnlich hohen Beanspruchungen des Hochschulalltags dauerhaft stand halten." resümiert Burkhard Stein, Geschäftsführer bei Grotrian-Steinweg.

GROTRIAN-STEINWEG Entwicklungen

Die Feinheiten im Klavierbau
Die Konstruktionsprinzipien der Braunschweiger Extraklassepianos entspringen einem dauerhaften Prozess der Forschung und Entwicklung. So verfügt die Mechanik über vier anstelle der üblichen drei Stützen. Diese ruht auf einem Stuhlboden aus verschweißten Stahlprofilen. Diese Kombination garantiert zum einen ein Höchstmaß an Stabilität des Spielwerks, zum anderen verfügen die Klaviere dadurch über deutlich mehr Kniefreiheit. Das Gussplattendesign ist ebenfalls einzigartig im Klavierbau. Ringsum geschlossen und profiliert bietet es ein Höchstmaß an Verwindungssteifigkeit. Gleichzeitig weist der Gusseisenrahmen deutlich mehr Masse als üblich auf. "Dies ist Teil unseres Klangkonzeptes", erklärt Kämmerling. "Alle zur Einspannung der Schwingungssysteme benötigten Teile müssen möglichst massiv und schwer ausgebildet sein, damit sie nicht mitschwingen. Dadurch wird die Schwingungsenergie nicht absorbiert, sondern zurück in die Saite und den Resonanzboden reflektiert und der Ton trägt besser". Nicht umsonst gehören Grotrian-Steinweg Instrumente zu den schwersten, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind. Auch die produkttypische Sternraste aus dem Hause Grotrian-Steinweg entspringt der Forschungsabteilung. Schon im frühen 20. Jahrhundert erkannte man in Braunschweig, dass die so entstandene Eckaussteifung der Raste eine entscheidend bessere Stimmhaltung gewährleistet, als gemeinhin üblich. Viele dieser Erfindungen und Patente haben den Klavierbau nachhaltig geprägt. Bei der genauen Betrachtung dieser außergewöhnlichen Klaviere und Flügel findet man viele einzigartige Details, die für den klaren und transparenten Klang aus Nord-Braunschweig verantwortlich sind.

277er in der Stadthalle Flügel beziehen Geschäftsführer Burkhard Stein

Qualität am Standort Deutschland
In Sachen Marketing setzt Grotrian eher auf traditionelle Werte. "Wir halten nichts davon, Instrumente irgendwo in Fernost zu kaufen, um sie dann unter anderem Namen überteuert weiter zu veräußern. Genauso wenig kommt es für uns in Frage, die Fertigung ins Ausland zu verlagern. Das könnte zwar Kosten teilweise senken, gleichzeitig verliert ein Hersteller dadurch aber viel Know How. Und gerade das ist es, was unseren Betrieb und unsere Mitarbeiter auszeichnet und worin sich der Qualitätsvorsprung zu einem guten Anteil begründet. Unsere Leute wissen genau was sie tun und vor allem auch was passiert, wenn sie Arbeitsfolgen verändern. Das ist unser großes Potential", beschreibt Kämmerling die klare Entscheidung für den Standort Braunschweig, und das zu einer Preisgestaltung, die unter den Weltspitzenherstellern als durchaus preiswert bezeichnet werden kann. All das trägt dazu bei, dass Grotrian-Steinweg zu dem kleinen, aber erlesenen Kreis der Spitzeninstrumentenhersteller gehört, die sowohl von Musikliebhabern in der ganzen Welt, als auch von Institutionen hoch geschätzt werden.


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Grotrian-Steinweg-Straße 2
38112 Braunschweig

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