Interview mit Tim Schulte-Frankenfeld, Geschäftsführer FEUCOM GmbH & Co. KG
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FEUCOM GmbH & Co. KG - Feuerlöscher "made in Germany"
Vor drei Jahren gründete Tim Schulte-Frankenfeld in Rheda-Wiedenbrück die Firma FEUCOM zur Produktion
von Feuerlöschern. Ja-zu-Deutschland.de sprach mit dem jungen Unternehmer über die Gründung des Unternehmens, die Wettbewerber und wie sich Feuerlöscher auch in der Wirtschaftskrise verkaufen lassen.
Ja-zu-Deutschland: Herr Schulte-Frankenfeld, Sie haben mit 28 Jahren die Firma FEUCOM im September 2006 gegründet. Wie kam es dazu?
T. Schulte-Frankenfeld: Mein Großvater gründete die Fa. Gloria, eines der führenden Herstellerunternehmen von Feuerlöschgeräten. Mein Vater widmete sich der Weiterentwicklung dieser Geräte – Brandschutz liegt mir also „im Blut“. 2004 verkaufte dann meine Familie aus privaten Gründen die Fa. Gloria an einen großen Konzern aus der Branche. Nachdem dieser jedoch ebenfalls 2006 übernommen wurde, entschied der neue Besitzer die Produktion zu verlagern. So entschloss ich mich, die unternehmerische Tradition fortzuführen und gründete die Fa. FEUCOM.
Ja-zu-Deutschland: Inzwischen haben Sie Ihr Unternehmen sehr gut aufgestellt und bieten bereits ein breites Produktspektrum an. Welche Produkte gibt es inzwischen?
T. Schulte-Frankenfeld: Unsere Kunden sind Brandschutzfachhändler, Industrieunternehmen und die öffentliche Hand. Neben der kompletten Produktpalette an tragbaren und fahrbaren Feuerlöschern bieten wir ein umfangreiches Dienstleistungs- und Servicepaket an, das unsere Kunden unterstützt und entlastet. Alle externen Dienstleistungen werden dabei mit regionalen Partnern realisiert.
Ja-zu-Deutschland: Beim Thema Feuerlöscher fallen einem große Namen ein wie z.B. Minimax oder Gloria. Wie schafft man es als junges Unternehmen, sich gegen solche Platzhirsche durchzusetzen?
T. Schulte-Frankenfeld: Indem wir angenehm anders sind als unsere Mitbewerber und näher an unseren Kunden dran sind. Wir setzen dabei stark auf eine persönliche und emotionale Kundenbindung und eine langfristige Partnerschaft. Unser FEUCOM-Team kennt sich aus, denn es vereint über 250 Jahre Erfahrung aus der Brandschutzbranche. Diese Erfahrung floss in die Entwicklung jedes einzelnen FEUCOM Feuerlöschers. Unser komplettes Programm ist wie „aus einem Guss“: Bedienungsfreundlich, durchgängiges Bedienkonzept, standardisierte Ersatzteile, wartungsfreundliche Konstruktion, angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis, durchgängige Qualität „Made in Germany“. Wir haben die einmalige Chance genutzt, alles hinterfragt und in extrem kurzer Zeit eine komplett neue Produktpalette auf den Markt gebracht.
Ja-zu-Deutschland: Die Preise für Feuerlöscher fallen scheinbar stetig. In Baumärkten werden inzwischen Feuerlöscher für unter 40 Euro angeboten. Wie behauptet man sich, wenn man seine Produkte noch am Standort Deutschland herstellt?
T. Schulte-Frankenfeld: Feuerlöscher sind ein Sicherheitsprodukt und an dieser Stelle zu sparen kann im Fall der Fälle ernste Folgen haben – das wissen auch die Betreiber von Baumärkten: Letzte Woche war ich in einem Baumarkt, und es war interessant zu sehen, dass der Baumarkt ausschließlich FEUCOM-Geräte zur Sicherung des eigenen Gebäudes verwendet, und gleichzeitig seinen Kunden billige Produkte aus Asien verkauft. Das ist kein Widerspruch, denn es sind zwei völlig verschiedene Zielgruppen und wir konzentrieren uns auf Kundengruppen mit höchsten Anforderungen an Produkt- und Servicequalität.
Ja-zu-Deutschland: Inzwischen bieten Sie jedoch auch importierte Feuerlöscher unter einer Handelsmarke an. Ist dies nicht ein Widerspruch zu Ihrem Bekenntnis zum Standort Deutschland?
T. Schulte-Frankenfeld: In preisgesteuerten Ausschreibungen müssen sich unsere Handelspartner ebenfalls behaupten können, um langfristig erfolgreich zu sein. Diese Import-Geräte sind also „Türöffner“ für preisumkämpfte Marktsegmente. Unseren Handelspartnern erlauben wir dadurch neue Segmente zu erschließen, Qualitätsansprüche zu wecken und auch Qualitätsprodukte „Made in Germany“ zu verkaufen. Unser Ziel ist also in den Dialog mit preisorientierten Kunden zu kommen – denn wenn man mit dem spitzen Bleistift rechnet zeigt sich, dass Qualität langfristig immer günstiger kommt. Damit stärken wir unseren Standort und gewinnen neue Kundengruppen.
Ja-zu-Deutschland: Anfang des Jahres gab es in Ihrer Branche Produktwarnungen vor Feuerlöschern. Was war da los?
T. Schulte-Frankenfeld: Einer unserer Mitbewerber hat anscheinend Feuerlöscher verkauft, deren einwandfreie Funktion möglicherweise nicht sichergestellt war. Für ein Sicherheitsprodukt das durch einwandfreie Funktion Leben retten soll, eine äußerst kritische Situation. Deswegen musste die Öffentlichkeit informiert werden. Wie es aber dazu kommen konnte, kann nur unser Mitbewerber beantworten. An dieser Stelle zeigt sich, dass Fachwissen „Made in Germany“ und eine lückenlose Qualitätssicherung für Feuerlöscher unerlässlich sind. Ansonsten spielt man im schlimmsten Fall mit dem Leben von Menschen. Wir setzen deshalb auf die Erfahrung von Facharbeitern und die Kontrolle durch unser Qualitätssicherungssystem. Unsere Maßnahmen umfassen dabei nicht nur unseren Wareneingang und unsere Fertigungsstätte in Rheda-Wiedenbrück, sondern wir besuchen und überprüfen auch unsere Vor-Lieferanten. So stellen wir sicher, dass nicht nur „Made in Germany“ drauf steht, sondern auch Qualität drin steckt.
Ja-zu-Deutschland: Jedes Unternehmen, das mehr als einen Mitarbeiter beschäftigt, ist verpflichtet seinen Betrieb mit Feuerlöschern auszustatten und mindestens alle zwei Jahre sachkundig prüfen zu lassen. Wie beim Auto haben Sie also die Möglichkeit, nicht nur Produkte zu vertreiben, sondern auch Dienstleistungen anbieten zu können. Sind Themen wie Service und Schulungen für Ihr Unternehmen ein weiteres Standbein?
T. Schulte-Frankenfeld: Der Verkauf eines unserer Feuerlöscher ist nicht das Ende der Kundenbeziehung, sondern ihr Anfang. Die regelmäßige und fachmännische Wartung von Feuerlöschern sichert dabei die einwandfreie Funktion der Geräte. Getreu dieser Philosophie sorgen wir dafür, dass unsere Handelspartner - die gleichzeitig die Installation, Prüfung und Wartung übernehmen - bestmöglich ausgebildet werden. Dafür haben wir eigens einen technischen Schulungsraum mit 8 modernen Arbeitsplätzen eingerichtet. Hier führen zertifizierte Ausbildungsleiter regelmäßig z.B. die Ausbildung „Sachkunde tragbare Feuerlöschgeräte DIN 14406-4 und befähigte Person BetrSichV“ durch. So sichern wir die Qualität der Wartung und damit einen einwandfreien Betrieb unserer Feuerlöscher über viele Jahre. Darüber hinaus bieten wir unseren Handelspartnern kaufmännische Schulungen sowie Vertriebs-Trainings über unser Schulungsnetzwerk an. Wir möchten dadurch die Fähigkeiten vermitteln durch eine maßgeschneiderte Bedarfsaufnahme und Beratung die Grundlagen für zufriedene Kunden zu legen.
Ja-zu-Deutschland: Gibt es in NRW eine Verpflichtung als Betreiber einer Heizungsanlage auch einen Feuerlöscher vorzuhalten?
T. Schulte-Frankenfeld: Die gesetzliche Verpflichtung ist vor einigen Jahren ausgelaufen – dennoch ist es sinnvoll eine Heizungsanlage durch einen Feuerlöscher zu sichern. Das soll aber nicht heißen, der ideale Standort für einen Feuerlöscher sei der Heizungskeller! Feuerlöscher sollten vielmehr gut sichtbar und schnell erreichbar in Fluren installiert werden, denn der Feuerlöscher nutzt nichts, wenn man ihn erst eine Viertelstunde lang suchen muss, während sich das Feuer munter ausbreitet.
Ja-zu-Deutschland: Die Aktion „Rauchmelder retten Leben“ hat zu einer breiten Akzeptanz der kleinen Lebensretter geführt. Wo ein Brand gemeldet wird, sollte auch alsbald gelöscht werden. Inwieweit profitieren Sie von dieser Aktion?
T. Schulte-Frankenfeld: Die Aktion schärft das Problembewusstsein in der Öffentlichkeit. Rauchmelder weisen – wenn richtig installiert – auf die größte Gefahr des Feuers hin: Am Rauch sterben nämlich vielmehr Menschen als am Feuer selbst. Trotz allem bleibt die Ursache für Rauch das Feuer. Wenn Sie also an den nächsten Schritt denken, kommt man ohne Feuerlöscher schnell in die missliche Lage nur noch die Flucht antreten zu können. Dabei könnten viele Feuer noch in der Entstehungsphase gelöscht werden – mit einem Feuerlöscher. Und ein Feuerlöscher ist wirklich kinderleicht zu bedienen: Wenn es ein sechsjähriger Junge schafft, mit einem Feuerzeug zu zündeln, kann dieses Kind auch einen Feuerlöscher bedienen: Sicherung ziehen, Hebel drücken und das Feuer wäre in der Entstehung gelöscht. Wir möchten Kinder bereits früh und spielerisch mit der Bedienung von Feuerlöschern vertraut machen und arbeiten dafür intensiv mit Feuerwehren zusammen.
Ja-zu-Deutschland: Kommen wir zur aktuellen Wirtschaftskrise. Scherzhaft gefragt: Gibt es in der Krise auch für Feuerlöscher eine Krise?
T. Schulte-Frankenfeld: Unsere Branche ist relativ krisensicher und Effekte einer akuten Krise spüren wir nicht. Wir werden unseren Umsatz in diesem Jahr nahezu verdoppeln – das ist jetzt schon absehbar. Vielleicht wäre er noch größer ausgefallen, aber es ist müßig, darüber zu philosophieren.
Ja-zu-Deutschland: Es gibt im Moment viel zu löschen in der Wirtschaftspolitik. Womit würden Sie löschen und wo würden Sie anfangen? Oder, wo brennt es Ihrer Meinung nach am meisten?
T. Schulte-Frankenfeld: Mir scheint, die Krise hat mittlerweile Vielen die Sicht vernebelt. Unternehmen und Mitarbeiter am Standort Deutschland waren und sind weltweit führend in vielen Branchen und Technologien. Wenn das so bleiben soll, müssen wir schnellstmöglich die Apathie ablegen und uns auf die Tugenden besinnen, die unser Land groß gemacht haben.
Ja-zu-Deutschland: Herzlichen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg.
Text: © JzD - SR
Bild: © FEUCOM GmbH & Co. KG

