JzD im Gespräch mit SEBO Stein & Co. Geschäftsführer Achim Liffers

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Wirtschaftlich produzieren mit innovativer Technik - Staubsauger aus deutscher Produktion
Elektrogeräte aus Deutschland? Gibt es so etwas noch? Diese Frage hören wir von Ja-zu-Deutschland oft und wir können sie nur selten mit einem ehrlichen ”Ja” beantworten. SEBO im Nordrhein-westfälischen Velbert produziert seit 1978 in Deutschland Staubsauger für die gewerbliche und private Anwendung und hat sich damit einen weltweiten Markt erschlossen. Wir sprachen über das Erfolgsrezept mit Geschäftsführer Dipl. Ing. Achim Liffers:

Ja-zu-Deutschland: Herr Liffers, Elektrogeräte aus Deutschland? Wie kann das funktionieren bei der ausländischen Billigkonkurrenz?

Achim Liffers

Achim Liffers: Das werden wir oft gefragt und jedesmal ist diese Frage für mich ein Zeichen, wie wenig Selbstbewußtsein wir inzwischen haben. Man kann nämlich sehr wohl in Deutschland produzieren, wenn man sich richtig aufstellt.

Ja-zu-Deutschland: Wie meinen Sie das?

Achim Liffers: Man braucht das richtige Produkt, ein überzeugendes Vertriebssystem und ein gewisses Engagement, nicht immer den leichtesten Weg zu wählen. SEBO beispielsweise wurde von Ingenieuren gegründet und wird von Ingenieuren geführt. Unser Ziel war und ist immer, Alleinstellungsmerkmale für unsere Produkte zu finden, die eine Marktpositionierung auch und gerade mit einer deutschen Produktion sinnvoll machen.

Ja-zu-Deutschland: Ihre Produkte werden weltweit verkauft, erreichen aber völlig unterschiedliche Marktanteile. Warum?

Achim Liffers: SEBO wurde groß mit der Produktion von hochwertigen Bürststaubsaugern. Diese Geräteart wird in einigen Ländern aus historischen Gründen wesentlich besser angenommen als in anderen. Im angloamerikanischen Bereich zum Beispiel hat diese Technik eine äußerst hohe Akzeptanz, während beispielsweise die privaten Endverbraucher in Deutschland mehr Bodenstaubsauger verlangen.

Ja-zu-Deutschland: War das der Grund dafür, 1995 auch solche Geräte in die Produktion aufzunehmen?

Achim Liffers: Nach Einführung der eigenen SEBO Produktlinie für den privaten Haushalt Anfang der 90er Jahre, wurde sehr schnell klar, daß der mitteleuropäische Markt einen hochwertigen Bodenstaubsauger braucht. Wohingegen in der gewerblichen Anwendung sowohl national als auch international nach wie vor Bürststaubsauger für die Teppichbodenreinigung sehr stark gefragt sind. Beispielsweise werden unsere Geräte von namhaften Teppichbodenherstellern zur täglichen Unterhaltspflege Ihrer Teppichböden empfohlen.

Ja-zu-Deutschland: Sie erwähnten eingangs den Vertrieb. Wie haben Sie das Vertriebsnetz strukturiert?

Achim Liffers: Kurz nach Gründung der Stein & Co. GmbH wurden bereits die ersten Produkte nach Nordamerika und Großbritannien exportiert. Der weltweite Vertrieb hat sich bis heute stetig weiterentwickelt und trägt zu einem großen Teil zum Unternehmenserfolg bei. International arbeiten wir überwiegend mit langjährigen, eigenständigen, lokalen Vertriebspartnern zusammen. In Deutschland bedienen wir zum einen den Elektrofachhandel und zum anderen den gewerblichen Großhandel.

Ja-zu-Deutschland: Können Sie uns auch etwas zu Ihrer Lieferantenstruktur sagen?

Achim Liffers: Auch wenn es für Außenstehende oft nicht so aussieht, ist ein Staubsauger ein hochkomplexes Gerät bestehend aus vielen Einzelteilen. Wir beziehen traditionell den Großteil unserer Komponenten von Zulieferern aus der direkten Nachbarschaft, aber auch von anderen deutschen Lieferanten. Ist dies nicht möglich, kaufen wir auch einige Teile im europäischen Ausland ein.

Ja-zu-Deutschland: Kommen wir zum Thema Produktion: Wie ist diese aufgebaut?

Achim Liffers: Unsere Produktion baut auf unseren Mitarbeitern auf und ist auf höchste Flexibilität ausgerichtet. Die Produktionsräume sind sehr hell, freundlich und modern gehalten. Unsere Mitarbeiter sind in der Mehrzahl schon lange bei uns. Einige haben sich von angelernten Aushilfen zu Vorarbeitern hochgearbeitet. Diese Kontinuität zusammen mit einem beeindruckend niedrigen Krankenstand ist für uns ein großes Kompliment und die Bestätigung für eine Produktionsausrichtung, die auf autarke Produktionsgruppen setzt anstelle hierarchisch geführter Bänder.

Ja-zu-Deutschland: Ist in Ihrer Branche ”Made-in-Germany” ein Verkaufsargument?

Achim Liffers: Im Ausland wie auch verstärkt wieder in Deutschland ist deutsche Wertarbeit immer noch ein positiv besetzter Begriff. Wenn wir die Produktion verlagerten, ginge ein guter Teil des Vertrauensvorschusses verloren, den wir uns in all den Jahren erarbeiten konnten. Andererseits ist Made-in-Germany ohne entsprechende technische Qualität dahinter aber keine Garantie für Erfolg.

Ja-zu-Deutschland: Großanbieter wechseln die Modelle teilweise alle paar Jahre. Die Produktionszyklen Ihrer Geräte sind deutlich länger. Warum?

Achim Liffers: Das hat sowohl technische wie wirtschaftliche Gründe. Die wirtschaftlichen sind einfach: Unsere Stückzahlen sind geringer als bei größeren Unternehmen. Daraus ergibt sich eine längere Amortisationszeit. Dies gibt uns auf der anderen Seite die Gelegenheit unsere Produkte zu optimieren, so daß wir unseren Kunden technisch ausgereifte Produkte anbieten können.

Ja-zu-Deutschland: Vielleicht ein kurzer Ausblick?

Achim Liffers: Wir werden dicht am Markt bleiben, um auch in Zukunft unseren Kunden innovative und qualitativ hochwertige Produkte für die Bodenpflege aus Deutschland anbieten zu können.

Text: © Carl Plathner
Bild:  © SEBO Stein & Co. GmbH

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